Im 16. Jahrhundert standen das Landgut Krześlice und die nah gelegenen Dörfer im Eigentum eines der in jener Zeit bekanntesten Adelgeschlechter Großpolens – Przecławscy der Herkunft Glaubicz.
Im Jahre 1623 organisiert der damalige Eigentümer von Krześlice Jan Rogaliński (Posener Landschreiber) eine festliche Feier zu Ehren des Prinzen Władysław (Sohn von Sigismund III. Wasa), der später König Władysław IV. wurde. Beim Empfang eines so hohen Gastes war der Hof zweifellos prachtvoll und seine Umgebung wurde in Ordnung gebracht.
In den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts regierte Jan Konarski in Krześlice. Zu seiner Zeit gingen das Dorf und der Hof dem Verfall entgegen. Danach wurde aber das Landgut von Białoboccy der Herkunft Ogończyk übernommen. Nach Antoni Białobocki (1739-1813), der in der Kirche in Wronczyn begraben wurde, wurde Krześlice von seinem ältesten Sohn Izydor Białobocki übernommen. Als er starb, hinterließ er das Landgut, das um Wronczyn, Głębokie und Złotniki vergrößert wurde. Die Tochter von Izydor, Paulina (1813-1875), heiratet im Jahre 1837 Anastazy Radoński (1815-1881). Nach dem Tod der Mutter und der Geschwister – Eugenia und Antoni – wird sie zu der einzigen Erbin des Landguts.
Um das Jahr 1860 wird ein neugotischer Palast für Anastazy Radoński gebaut, der dann um 1890 ausgebaut wird. Nach dem endgültigen Umbau wurde der Residenz die Gestalt einer romantischen, in einem malerischen Landschaftspark gelegenen Burg verliehen. Der Park wurde vor dem Bau des Palastes eingerichtet, wenn nach dem Alter der prachtvollsten Bäume geschätzt wird.
Der nächste Erbe von Krześlice, Zygmunt Radoński, übergab im Jahre 1888 das Landgut unter dem Druck der Preußischen Ansiedlungskommission (1886-1910) dem Grafen Georg von Luttichau. Im Gegenzug erhielt er Rzeżewo im Königreich Polen.
Im Jahre 1899 war Georg von Brandys Eigentümer von Krześlice, der es einschließlich des Gutshofs Jeżyny vor 1904 seinem Sohn Bernhard übergab. Nach dem Bankrott des letzteren in den dreißiger Jahren wurde das Landgut von der Bank Kwilecki-Potocki übernommen, die einen Teil der Grundstücke von Krześlice parzellierte. Der Palast wurde hingegen vom Unternehmer Tomaszewski aus Łódź gekauft. Seine Ehefrau Maria war bis 1945 im Grundbuch als Eigentümerin eingetragen.
Während des Zweiten Weltkriegs wirtschaftete ein deutscher Verwalter in Krześlice. Dabei ist interessant, dass es Krześlice auf einigen Karten aus den dreißiger und vierziger Jahren wegen des 1,3 km vom Palast entfernten Militärflughafens nicht gibt. Nach dem Krieg übernimmt Krześlice eine Produktionsgenossenschaft und seit 1950 gehört es zum Staatlichen Landwirtschaftsbetrieb in Pomarzanowice. Der Palast verfiel allmählich und im Jahre 1971 stürzte der Vorderteil des Ostflügels ein. Anfang der achtziger Jahre entstand das Konzept, im Palast ein Gärtnereimuseum zu gründen, und in diesem Zusammenhang wurde der Palast zum ersten Mal umfangreich saniert.
Letztendlich entstand das Museum nicht und der Palast wurde der Stadt übereignet. Seit 1996 ist er Privateigentum und nach einer gründlichen, die ganze Anlage und den Park umfassenden Sanierung wurden darin ein Hotel und Restaurant eröffnet.
